Kinderspielplatz

“Der Teufel steckt eben im Detail”, sagte der Vater, nachdem sein Sohn vom Gerüst gefallen war. “Weil die Stadt eben nicht genug Geld für ordentliche Schrauben übrig hatte, hast du jetzt einen gebrochenen Arm. Und was lehrt uns das?”
“Dass die Politiker alle korrupt sind?”, gab der Sohn weinend als Antwort.
“Nein”, schrie der Vater und gab ihm eine Backpfeife. “Was lehrt uns das?”
“Dass der Vater von Manuel ein korruptes Politiker-Arschloch ist?”
“Genau”, sagte der Vater. “Und was machen wir jetzt?”
“Wir gehen ins Krankenhaus?”
Der Vater gab ihm noch eine Ohrfeige.
Der Sohn heulte und sagte: “Wir rufen die Lokalzeitung an?”
“Genau”, antwortete der Vater und nahm das Handy von seinem Sohn. “Kannste eh nicht mehr bedienen.”
Der Vater telefonierte kurz, studierte dann mit dem Sohn ein, wie dieser möglichst wehleidig gucken kann und als der Lokalreporter ankam, posierten die beiden zusammen vor dem kaputten Klettergerüst. Der Journalist verschwand, die beiden gingen nach Hause und der Vater versprach, dass sie morgen ins Krankenhaus gehen, wenn der Bericht seiner Vorstellung entsprach. Am nächsten morgen schlug der Vater die Zeitung auf. Überschrift: “Rabenvater stellt politischen Rachefeldzug über Gesundheit seines Sohns.”
Der Vater schmiss die Zeitung in den Müll. “Scheiß Lügenpresse, schreiben doch eh, was sie wollen.”

Wahlempfehlungen aus dem Netz

Nachdem ich vor einigen Tagen meine eigene Wahlempfehlung abgegeben habe, ziehen jetzt auch andere Blogger und Medien nach*. Darunter finden sich interessante Aspekte. Die haben mich selbst zwar nicht ungestimmt, aber als Journalist soll man sich ja auch die Gegenseite anhören und versuchen sie zu verstehen. Hier folgt nun also eine Linksammlung zu diversen Wahlempfehlungen, die ich für interssant erachte:

Politik-Experte Michael H. Spreng erklärt auf Sprengsatz.de, warum er die „FDP mit Bauchschmerzen“ wählt.

Spiegelfechter Jens Berger wählt die einzige Partei, die in ihrem Programm seine Kernthemen befriedigend behandelt: Die Linken

Die Financial Times Deutschland führt ihren Plan „Grün für Merkel“ aus, gibt aber zu, dass er sehr unwahrscheinlich zu verwirklichen ist.

Und Die Welt findet sich unheimlich witzig.

Der Vollständigkeit halber: Meine eigenen Gedanken zur Wahl auf Einstieg.com-Kolumne

* Für alle, die nun lauthals ob meiner Eitelkeit auflachen: Das ist natürlich nicht ernst gemeint.