Mein Buch ist draußen: „In welchem Semester bin ich eigentlich?“

BookCoverPreview

Darauf hat die Welt gewartet: Ein neues Buch über das Leben als Student! Wuhuu! Wie originell!

Wer hat nicht schon davon gelesen, dass Wissenschaft auch nur Battle-Rap mit Anspruch ist, wie selektive Wahrnehmung den Putzplan beeinflusst oder warum man sich in der Bahn nicht neben das hübscheste Mädchen, sondern neben den Typen mit Schweißgeruch setzt?

Ihr nicht? Na denn solltet Ihr Euch schnellstmöglich mein Buch kaufen.

Denn ab jetzt gibt es – tadadadaaaaa – die besten 77 Geschichten aus sieben Jahren „Steffens UNIversum“ zusammengefasst in einem Buch. Erfahrt alles über den WG-Bibelkoran, den Dämon namens Bachelor-Aarrrrrrr und Brot. Mal sind die Geschichten witzig, mal bitterböse und mal rührselig. Dabei ist jede so kurzweilig, dass man sie locker während eines Klo-Gangs lesen kann – oder während einer Vorlesung.

Kauft es als Geschenk für Leute, die bald mit dem Studium anfangen, als Erinnerung an die Zeit, als ihr selbst noch an der Uni wart oder einfach als kleine Klo-Lektüre für zu Hause oder Eure WG. Wichtig aber ist: Kauft es. Hier. Sofort. Los.

https://www.amazon.de/welchem-Semester-bin-eigentlich-Prokrastination/dp/1530961378/

Euer Steffen

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Frankfurt brennt? Nicht da, wo ich war.

In Frankfurt herrschte zur EZB-Eröffnung nicht nur pure Randale. Ich war in einer Gruppe unterwegs, die keine Autos angezündet hat. Doch auch sie gehört zu „Blockupy“. Ein Bericht, in dem keine Steine fliegen, sondern Knüppel schwingen.

Invasion

Es fühlt sich an wie eine Invasion. In einer Kolonne aus drei Reisebussen und einem Mini-Van drängeln wir uns durch die Straßen von Frankfurt. Es ist 7 Uhr, der 18. März 2015: Heute wird das neue Gebäude der EZB eröffnet. Ich befinde mich in einem der Busse, zusammen mit anderen Demonstranten: Viele gehören zu verschiedenen Linksbündnissen, die zum Beispiel Nazi-Demonstrationen blockieren, Info-Veranstaltungen zur Griechenland-Krise veranstalten oder mit Plakat-Aktionen auf soziale Ungerechtigkeit aufmerksam machen. Die meisten sind in ihren 20ern, einige sind 18, 19, machen gerade Abitur – aber sie wissen besser über die großen politischen Entscheidungen Bescheid als so mancher Erwachsener. Sie reden über den Israel-Konflikt, die Euro-Krise und die Agenda 2010 von Gerhard Schröder. Als ich so alt war, habe ich mich nachts mit Freunden auf dem Spielplatz der Dorf-Grundschule getroffen und Wodka-Flaschen geleert. Konflikte gab es nur, wenn der Alkohol zur neige ging. Krisen wurden durch Finger-in-Hals-stecken gelöst. Agenda 2010? Schröder? Ich kannte nur Gorbatschow und Lemon.

Die einen bezeichnen Israel als “faschistischen Staat”, andere würden nicht so weit gehen; einige fordern die Weltrevolution, andere die Anarchie. Ich werde als “Reformist” abgestempelt, weil ich das System nicht abschaffen, sondern verändern möchte, keinen Klassenkampf fordere, sondern einen Wechsel der Regierungsparteien. In erster Linie bin ich also Demokrat. Für viele meiner Mitstreiter ist das zu rechts.

Die Busse halten an, irgendwo in Frankfurt, ich habe keine Ahnung, wo ich bin. Aus den Fahrzeugen vor uns strömen Leute auf die Straße. Auch wir machen uns bereit. Vorhin haben wir noch Twitter gecheckt und davon gelesen, dass einige “Bullen-Autos brennen”.

Einige klatschen über die Nachricht, freuen sich, sind laut. Aber in den Gesichtern der meisten, der Leisen, sehe ich ausdruckslose Nachdenklichkeit – so habe ich wohl auch geschaut. Später spreche ich mit einigen Demonstranten über die angezündeten Autos und die eingeworfenen Scheiben: Die meisten lehnen die Randale ab, können aber nachvollziehen, warum in einigen solche Wut gegen das System gährt.

– Keine Idee, wo ich bin –

Wir sammeln uns auf der Straße. Bei der Abfahrt haben wir “Bezugsgruppen” aus vier bis fünf Personen gebildet: Falls man sich verliert, ruft man den Namen seiner Gruppe und versucht sich wiederzufinden. Wir heißen “Aquarium”, eine andere “Trotzki”. Dann geht es los.

Die Menschenmasse, die eben noch dreieinhalb Busse vollgemacht hat, marschiert durch die Straßen von Frankfurt, ich weiß immer noch nicht, wohin; ein Hubschrauber taucht über unseren Köpfen auf, ein Stinkefinger geht neben mir in die Höhe. Wir legen einen Sprint hin, dann wieder gehen, dann wieder sprinten. Schließlich sehe ich weit vorne mehrere Polizei-Autos auf der Straße stehen, sieben oder zehn Stück. Davor stehen Polizisten in ihrer schwarzen, gepolsterten Montur und Helm in einer Reihe. Eine Blockade.

Meine Mitstreiter ganz vorne – so erfahre ich nachher genauer – bleiben aber nicht stehen, sondern sprinten los, versuchen zwischen die Polizisten zu kommen, eine kleine Schneise zu bilden, um dann mit der Masse der Demonstranten hinter ihnen, also mir eingeschlossen, hindurchzufließen. Die Polizisten sind der Staudamm, wir sind das Wasser. Es braucht nur einen Riss, der Druck erledigt den Rest. Aber es gibt keinen Riss. Sondern Pfefferspray und Knüppel.

Ein Mann mit Megafon ruft, die Bezugsgruppen sollten ihre Verletzten zu ihm schicken, und alle anwesenden “Sanis” sollten ebenfalls dorthin kommen. Menschen hocken auf dem Boden mit roten Augen, die Sanis spülen sie mit Wasser aus.

– Stundenlanges Starren –

Ein Polizist in blauer, leicht gepanzerter Weste ergreift ebenfalls ein Megafon, erklärt in ruhiger Stimme: “Sie können hier gerne bleiben und demonstrieren, doch bitte halten Sie den Sicherheitsabstand ein.” Eine Reihe aus Demonstranten spannt vor der Polizei-Blockade ein Transparent auf und blickt den Beamten in die Augen. Die Beamten gucken zurück. Keiner rührt sich. Minutenlang. Stundenlang. Stehen. Starren. Stehen. Starren.

Blockade

Ab und an gibt es Wachwechsel, ein Trupp Polizisten zieht ab, ein neuer bezieht Stellung; ein Demonstrant muss sich eine Zigarette drehen und bittet jemand anderen das Transparent zu halten. Ein paar Leute haben tragbare Lautsprecher mitgebracht und spielen Reggae- und Rock-Musik. Andere werfen einen Volleyball hin und her. Die Polizisten sehen genervt aus. Ein Gesang ertönt: ”Wir haben Spaß – ihr habt Bereitschaft!”

Am häufigsten aber singen wir: “A – Anti – Antikapitalista.” – “Auf die – Internationale Solidarität.” – “Brecht – die Macht – der Banken und Konzerne.” – “What solution? Revolution!” Plötzlich ein Ruf mit dem Megafon: “Kessel! Kessel!” Unsere Protest-Blockade reicht nicht bis zum anderen Ende der zweispurigen Straße, die in der Mitte durch ein Grünstreifen getrennt wird. Auf der unbewachten Seite haben sich ein paar Polizisten vorbeigemogelt und sich unter die Demonstranten gestellt. Ein paar meiner Mitstreiter glauben, die Beamten wollen einen Kreis um uns bilden und uns den Rückzug abschneiden. Uns einkesseln. Der Polizist mit dem Megafon ergreift das Wort: “Keine Sorge, wir wollen Ihnen nichts tun. Wir postieren uns nur gerade neu. Haben Sie keine Angst.” Neu postieren? Inmitten der Demonstranten? Vier grimmig dreinblickende Beamten hatten sich Rücken an Rücken genau auf die Straße gestellt, ihre Hand bereits an den Knüppeln. Ich frage mich: Wozu? Diese vier waren – wie mir Demonstranten erklärten – BFE-Einheiten. Die härtesten der Harten. Wenn die Polizei wirklich deeskalierend wirken möchte, warum stellen sie dann vier gepanzerte Legionäre inmitten von hunderten Galliern? Und warum kommen immer mehr von denen nach und stellen sich unter die Demonstranten? Im Bus meinte noch jemand zu mir: “Wenn die Autos brennen, können die Bullen alles rechtfertigen.”

– Keine brennenden Autos, keine Steine, keine Medien –

Auch wenn hier bei unserem Protest keine Autos brennen und keine Steine geschmissen werden: In den Medien wird es nur darum gehen, dass irgendwo in Frankfurt irgendeinde Gruppe Polizeiautos angezündet hat. Das sind die besten Bilder. Jeder Knüppelschlag, jeder Pfefferspray-Einsatz geschah dann aus Notwehr, auch wenn zwischen den brennenden Autos und unserem Protest mehrere Kilometer liegen. Feuer, vermummte Gestalten, Steine – das sind Bilder, das sind Geschichten. Für die taktischen Finessen ist da kein Platz. Sie sind zu subtil, zu unscheinbar. Während der Sprecher mit dem Mega-Fon die gemäßigten Demonstranten wie mich beruhigt, postieren sich schwer gepanzerte Beamte in der Nähe von aggressiveren Protestlern. Es riecht nach Provokation. Und sie wirkt.

BFE-Einheiten

BFE-Einheiten nah

Ein Demonstrant brüllt in sein Mega-Fon: “Die Polizei spricht davon, dass wir hier ungestört bleiben dürfen, aber sie schicken ihre Leute genau in unsere Demonstration. Das dürfen sie nicht. Das ist nicht erlaubt. Das ist unsere Straße.” Dann brüllt er: “Wessen Straße?” – “Unsere Straße”, antwortet die Menge. “Wessen Straße?” – “Unsere Straße!” Und dann setzt die Menge an: “Haut ab! Haut ab! Haut ab! Haut ab!” Die Demonstranten bilden einen Pulk aus Menschen vor den Polizisten, treten nahe an sie heran, ganz nahe, mehr nicht. Die Beamten weichen einen Schritt zurück, und noch einen. Und noch einen. Dann machen sie kehrt und gehen hintereinander durch eine Gasse von Demonstranten, die ihnen “Haut ab! Haut ab!” entgegenschreit.

Einer der Demonstranten ganz vorne – so erzählt mir jemand später – wirft einem Polizisten die Wörter “Verpiss dich du Hurensohn” an den Kopf. Dieser schlägt daraufhin mit dem Knüppel zu, ein Kollege versprüht Pfefferspray. Unter den lauten Rufen der Protestler ziehen sich die Beamten jedoch schließlich zurück. Die Straße gehört uns.

Und so beginnt das Warten. Stundenlang harren wir an diesem Ort aus. Eine Musik-Gruppe sorgt mit Songs wie „Griechische Pein“ für etwas Abwechslung, wirken jedoch fehl am Platz.

Die Demonstranten mit Mega-Fon versichern uns immer wieder, dass wir hier “genau richtig stehen”. Die Brücke, die sich hinter den Polizisten erstreckt, führt zur Tiefragarage der neuen Europäischen Zentralbank. Mit unserer Blockade würden wir den Zugang stoppen und gleichzeitig Polizei-Trupps an uns binden, die so nicht anderswo eingesetzt werden können.

Chabos

– Koordination und Strategie bei „Blockupy“ –

Die “Blockupy”-Bewegung ist kein loser Zusammenschluss von Demonstranten, die irgendwo durch Frankfurt laufen. Eine Zentrale gibt den einzelnen Demo-Trupps vor, wo sie wann zu stehen haben, es gibt Karten, Sanitäter, Info-Punkte und eine Nummer, die man anrufen kann, wenn man in Gewahrsahm gerät. Ich habe sie mit Edding auf meinen Arm geschrieben, denn falls ich festgesetzt werden sollte, wird mir als erstes mein Handy abgenommen.

Nach rund drei Stunden ziehen wir ab, gehen am Flussufer entlang und sehen, wie ein Hubschrauber vor der EZB auf der anderen Seite landet. Irgendjemand mit einem Megafon sagt, darin befinde sich Draghi. Ich erkenne nichts.

EZB fern

EZB nah

Wir gehen weiter und versuchen über andere Brücken in die Innenstadt zu gehen, doch auch hier wartet die Polizei. Dann teilt sich der Zug in Kleingruppen auf. Ich gehe mit meinen Bezugsgruppen zur sogenannten “Volxküche” rund ums Frankfurter Theater: Dort gibt es etwas Warmes zu essen und Kaffee – auf solidarische Spenden weisen kleine Schüsseln mit Geld hin, aber keiner sagt etwas, wenn man nichts gibt. Wir ruhen uns aus, genießen wie viele andere die Sonne. Es wirkt wie eine Mischung aus Feldlager und Mensa unter freiem Himmel, ohne Stühle oder Tische.

Volxküche

Platz hinterm Theater

– Darum sind wir hier –

Schließlich gehen wir zur offiziellen Kundgebung auf dem Römerplatz und nehmen am großen Demonstrationszug teil, der in den Medien total untergegangen ist. Inmitten von 17.000 bis 20.000 Menschen marschieren wir im Schatten der Bankentürme durch die Straßen von Frankfurt und rufen “Brecht – die Macht – der Banken und Konzerne”.

Offizielle Demo

Das ist es, warum wir hier sind: Es geht nicht nur um die EZB-Beteiligung an der Troika, durch die Griechenland und andere europäische Länder zum Kürzen und Sparen verdonnert wurden. Es geht darum, dass die reichsten ein Prozent der Welt mehr Vermögen besitzen als die restlichen 99, dass in Deutschland das reichste ein Prozent 36 Prozent des gesamten Vermögens der Bundesrepublik besitzt, dass Banken so groß geworden sind, dass sie von den Staaten gerettet werden mussten und jetzt trotzdem fast genauso weitermachen dürfen wie bisher. Es geht darum, die, die wenig besitzen, aber viele sind, gegen die zu unterstützen, die viel besitzen, aber wenige sind. Schließlich sollte nicht der Geldschein über Politik entscheiden, sondern der Wahlschein. Um nichts anderes geht es in Frankfurt. So sehr man die Randale auch verteufeln mag, sollte man das nicht vergessen.

China-Schönschreiber – Gekürzte Passagen

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Spon hat meinen Artikel zu einer finnischen Firma veröffentlicht, die China-freundliche Nachrichten in der Welt verbreitet. Natürlich wurde da einiges gekürzt, weil ich immer viel zu viel schreibe. Vor allem meine Analyse und Vergleiche von Gbtimes fiel dem Rotstift zum Opfer.

So hatte ich etwa geschrieben, dass die Strategie von Gbtimes an die von Radio Free Europe während des Kalten Kriegs erinnert: Statt Reden von Kennedy und Eisenhower hörten die Bürger des Ostblocks Led Zeppelin und John Lennon. Die Sowjetunion sah in dem von der CIA mitfinanzierten Sender eine Propagandamaschine.

Tiefergehende Inhaltsanalyse

Meine Inhaltsanalyse zu Gbtimes war auch ein wenig länger: Im Fall um den Whistblower Snowden titelt Gbtimes etwa “USA reagieren sich an China ab, als Snowden entwischt“ („US vents at China, as Snowden slips away“) und zitiert amerikanische, englische Nachrichtenquellen wie Bloomberg, LA Times und Reuters sowie die Aussage des Sprechers des Weißen Hauses, dass die chinesisch-amerikanischen Beziehungen Schaden genommen hätten.

Danach kommt Chinas Presse zu Wort: So wird zum einen People’s Daily, die offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei, zitiert sowie die „Global Times“, eine „nationalistisch geprägte Boulevard-Zeitung“, wie Gbtimes erklärt. Letztere schreibt: „Wir wünschen Snowden viel Glück in dieser schweren Zeit. Sein persönliches Schicksal spiegelt das Spiel zwischen US-Hegemonie und dem weltweiten Streben nach Fairness und Gerechtigkeit wider.“

In einem anderen Artikel erfährt der Leser, dass die “Zentralregierung respektiert, wie Hong Kong mit Snowden verfahren hat” und unter dem Titel “Gesetze Hong Kongs gelten für den Fall Snowdens“ wird eine Umfrage der „Sunday Morning Post“ aus Hong Kong zitiert: Danach waren 49,9 Prozent der 509 Umfrageteilnehmer „dagegen“ oder „sehr dagegen“, dass „die Regierung der Auslieferungsanfrage aus Washington einwilligt“. Nur 17,6 Prozent seien dafür gewesen, dass Snowden übergeben werden sollte.

Als die New York Times berichtete, dass die Verwandten von Chinas Ex-Premier Wen Jibao während seiner Regierungszeit über 2,7 Milliarden Dollar Vermögen anhäuften, publizierte die Redaktion von http://www.gbtimes.com die Artikel „Wen family, state media attack New York Times report” und “NY Times blocked in China after story of Premier’s family’s massive wealth”. Die Reaktionen von Chinas Medien und Staatsfunktionären stehen im Vordergrund, die eigentliche Story wird kurz umrissen, wer mehr wissen möchte, gelangt über einen Link zum Original-Artikel der New York Times.

In Artikeln zum Syrien-Konflikt (“Why China vetoed the UN Resolution on Syria twice”) und zu den Skandalen um Bo Xilai („Bo Xilai’s support grows amongst people, claim western reports“) legt Gbtimes den Fokus auf die chinesische Sichtweise – die westliche wird aber nie verleugnet.

Eine Frage der Definition

Rausgestrichen wurde auch meine Definitionen von Propaganda, PR und Journalismus: Während Journalisten möglichst neutral über ein Thema informieren wollen, wollen Propaganda- und PR-Experten die öffentliche Meinung in ihre Richtung bewegen. Über den Unterschied zwischen PR und Propaganda streiten sich jedoch die Wissenschaftler: Edward Louis Bernays, einer der Väter der PR, setzt sein Fachgebiet mit Propaganda gleich und hatte auch kein Problem damit, es schlicht Manipulation zu nennen.

Andere Wissenschaftler erklären, Propaganda polarisiere, radikalisiere und emotionalisiere oder verbreite schlichtweg Lügen, die PR hingegen gebe den Fakten nur einen gewissen Dreh, neudeutsch: „Spin“.

Und falls sich wer gefragt hat, warum die Firma in Finnland betrieben wird, hat offensichtlich den unscheinbaren Kasten am linken Rand vom Artikel übersehen. Darin steht:

Warum Finnland?

Der CEO von Gbtimes, Zhao Yinong, war Anfang der 90er Jahr nach Finnland eingewandert, schlug sich erst als Taiji-Lehrer durch, hielt dann an Finnlands Universitäten Vorträge über China und stellte fest, so schreibt er in einem Blogeintrag , dass „viele Leute kaum etwas über China wissen und dass es viele Missverständnisse gibt“.

1994 gründete Yinong die Beraterfirma Tradepoint Oy, die chinesischen Unternehmern half, im Westen Fuß zu fassen. Im Jahr 2000 wurde die Firma in Futuvision umbenannt, 2004 kam eine Medienabteilung hinzu, mit dem Einstieg des chinesischen Fonds 2007 wurde die Firma in Global Broadcasting Media Management umbenannt, 2012 in Gbtimes.

Der Umsatz von Gbtimes beläuft sich auf 4,4 Millionen Euro, der von Futuvision Media auf 2,787 Millionen Euro. Wieviel die Chinesen jedes Jahr beisteuern, will Resman nicht sagen. „Kein Unternehmen gibt darüber Auskunft, wie viel welcher Kunde zahlt.“

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Ich finde, die Kürzungen der Redaktion gehen voll in Ordnung, ich bin manchmal einfach zu ausführlich. Aber ich hätte es einfach schade gefunden, wenn die restliche Arbeit nur für die Tonne gewesen wäre. Ich habe zu dem Thema übrigens auch eine 10-seitige Seminararbeit verfasst, die einen etwas anderen, wissenschaftlicheren Dreh hat. Ich werd einen Auszug daraus hier auch noch veröffentlichen.

Relaunch

So, ich habe die letzten Tage endlich mal mein Blog überarbeitet. Das hab‘ ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben. Unter „Wissenschaftliche Arbeiten“ findet Ihr jetzt allerlei Hausarbeiten und Essays zu verschiedenen Themen: Eine Arbeit befasst sich mit rechtsextremen Computerspielen, eine andere mit dem Erfolg von „Harry Potter“ und „Der Herr der Ringe“ und wieder eine andere befasst sich mit der Finanzialisierung aus räumlicher Perspektive. Ich habe nur die Arbeiten veröffentlicht, die ich selbst recht gelungen finde. Wer auf Noten wert legt: Die schlechteste Zensur war eine 1,7. Um welche Arbeit es sich handelt, sag‘ ich nicht.

Hier finden sich alle Arbeiten.

Außerdem habe ich Artikel verlinkt, die von mir so im Netz rumschwirren, und ein paar ältere Zeitungsausschnitte hochgeladen. Eine kurze Übersicht mit ausgewählten Artikeln findet sich hier. Dann habe ich noch ein paar aus meiner Sicht gelungene Kolumnen verlinkt und die Video-Sektion überarbeitet.

Unter dem Reiter „Textproben“ findet sich noch mehr.

Schließlich habe ich auch noch meinen Lebenslauf hochgeladen und ein Impressum angelegt.

Ich weiß noch nicht, ob ich jetzt wieder mehr bloggen werde, aber als ich neulich hier etwas veröffentlichen wollte, dachte ich nur: „Mann, sieht das billig und altbacken aus. Mit sowas möchte ich bitte nicht mehr in Verbindung gebracht werden.“ Jetzt weiß ich endlich, warum in der Medienbranche so gerne gerelauncht wird. Es fühlt sich an, als ob ich mein Zimmer aufgeräumt, Säcke voller unbrauchbaren Zeugs rausgeschmissen und ein paar neue Bilder aufgehangen hätte. Ich fühle mich wohl und befreit – und weiß doch ganz genau: In ein paar Jahren ist wieder alles zugemüllt. Aber zum Glück ist mir das in diesem Moment Scheißegal :)