Nex – Der Konflikt

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Ein Roman braucht: Konflikte, Konflikte, Konflikte. So steht es bestimmt nicht nur in einem Schreib-Ratgeber. Harmonie und Eintracht verleitet niemanden zum weiterlesen, durch Konflikte entsteht Reibung, Spannung und damit der Drang weiterzulesen. Deswegen scheinen Nachrichten auch immer nur von schlechten Dingen zu handeln: Weil Menschen eben eher auf eine konfliktversprechende Überschrift klicken als auf das Gegenteil.

Was ist also der Konflikt in meinem Roman?

Wie schon in der Philosophie angeklungen, ist es alles vielschichtig, aber wie so häufig in politischen Parabeln geht es auch bei mir um das Wörtchen Freiheit. Neulich erst habe ich im Spiegel gelesen, dass Politik darüber entscheidet, wo die Freiheit des Einen anfängt und die Freiheit des Anderen aufhört – hielt ich für eine ziemlich treffende Beschreibung. Die Odobai und die Togarev nutzen für diese Freiheitsfindung jedoch unterschiedliche Systeme, wodurch es zwischen den beiden zum Konflikt kommt. Das ist die politische Ebene.

Doch ein Roman ist eben keine Nachricht oder ein wissenschaftliches Essay, sondern eine Geschichte. Und eine Geschichte handelt nicht von Völkern, sondern von Charakteren. Deswegen ist es wichtig, diesen Konflikt auch auf die charakterliche Ebene zu hieven. Das ist auch gar nicht so schwer: Wie schon im Prolog angeklungen, geht es Alan zuvorderst um seine individuelle Freiheit. Doch Perduck hält Alan im Wald fest, da er die kollektive Freiheit aller  Völker dieser Welt höher einschätzt als die individuelle Freiheit des Jungen. Seiner Ansicht nach muss Alan – der als Die Waffe die größte Macht auf dieser Welt darstellt – seine eigenen Wünsche zurückstellen, um seiner Verantwortung für die Welt gerecht zu werden. Er prügelt daher Alan das Wissen um diese Welt ein und hofft darauf, dass der Junge versteht.

Doch auch wenn Alan aus dem Nex erschaffen wurde, so ist in ihm immer noch etwas Menschliches. Während das Nex keine Emotionen kennt und damit keine Ungerechtigkeit empfinden kann, ist das dem menschlichen Teil des Jungen sehr wohl möglich. Und auch wenn ihm Perduck hunderte Mal erzählt, dass er Die Waffe ist und den Frieden herbeibringen kann, so sehnt sich der menschliche Teil danach, sein eigenes Leben zu leben und nicht nur Anweisungen zu verfolgen.

Zum einen ensteht hier der Konflikt zwischen individueller (iF) und kollektiver Freiheit (kF) zwischen den zwei Personen Perduck und Alan, zum anderen schimmert hier der innere Konflikt in Alan durch, der durch seinen Menschen- und seinen Nex-Teil dargestellt wird: Das Nex ist nicht an Moral interessiert, das Nex ist lediglich ein Werkzeug. Doch dieses Werkzeug kann seine volle Macht nur durch Gefühle entwickeln – was einerseits ein Paradox, andererseits aber auch logisch ist: Auch wenn das Werkzeug selbst amoralisch ist, so ist doch jede Handlung seines Nutzers eine moralische. Der Wille für eine Handlung, das Warum, ist immer moralisch begründbar – und je stärker dieser Wille ist, desto stärker ist auch die Emotion darin, und das wiederum gibt dem Nex die Kraft.

Okay, ich komme wohl später noch häufiger darauf zurück. Bleiben wir erst einmal bei der Charakterebene.

Der Konflikt zwischen Perduck und Alan löst sich recht schnell auf – durch den Tod von Perduck. Nun ist die Frage: Muss es sofort einen neuen Konflikt geben? Oder wäre es nicht Zeit für eine Liebesgeschichte?

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