Killerspiele: Warum gehen solche Studien eigentlich unter?

Mich lässt das Thema Killerspiele momentan einfach nicht mehr los. Die neue GEO berichtet (S. 156) über ein New Yorker Psychologenteam, das herausgefunden hat, dass Spieler gar nicht viel Wert auf Gewalt legen. „Vielmehr müsse [das Spiel] fordernd, abwechslungsreich und, bei hinreichender Erfahrung, kontrollierbar sein“, heißt es in dem Bericht.

39 männliche Jugendliche spielten jeweils eine unzensierte und eine entschärfte Version der Spiele „House of the Dead III“ und „Half-Life 2“. Das Ergebnis: Egal welche Version die Probanden spielten, es machte ihnen ungefähr gleich viel Spaß.

Die Meldung ging auch über den ots-Ticker (eine Art Werbungsticker für Medieninhalte). RP-Online.de hob den Bericht auch gleich eins zu eins auf ihre Website. Die Autorin der Pressemitteilung konnte sich jedoch folgenden belämmerten Einstieg einfach nicht verkneifen:

Brutale Computerspiele stehen in dem Ruf, reale Aggressivität zu fördern. So auch wieder im Falle des Amokschützen von Winnenden. Trotzdem setzt die Games-Industrie auf Gewalt – harmlose Spiele seien langweilig und würden deshalb weit weniger Käufer finden, heißt es.

Ich würde gerne wissen, wo es so „geheißen hat“. Ich glaube kaum, dass ein Spielehersteller so etwas in dieser Art sagen würde:

„Es ist eindeutig, dass harmlose Spiele langweilig sind. Die Spielebranche kann immer noch nicht verstehen, wieso das Rennspiel Trackmania so einen Erfolg hat. Vielleicht gibt es im Internet ja irgendwo einen Blut-Patch, der die Rennwagen mit einer Horde zusammengeketter Menschen austauscht, die schreiend über die Fahrbahn geschleift werden. Wer würde denn sonst so ein harmloses Spiel spielen? Und nun lassen Sie mich weiterarbeiten: Civilization V wird nicht von alleine fertig. Wir müssen noch viele brutale Todesanimationen erstellen.“

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Ein Kommentar zu “Killerspiele: Warum gehen solche Studien eigentlich unter?

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