Nex – Die Philosophie

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Es herrscht also ein Krieg zwischen den demokratisch-liberalen Odobai und den autokratisch-restriktiven Togarev (auf den Grund komme ich später zu sprechen). Allerdings ist eine Gesellschaft nie homogen, also nicht alle Odobai oder Togarev sind gleich, es gibt Schattierungen und Extreme. Ich brauchte ein Koordinatensystem, auf dem ich die politisch-philosophische Einstellung meiner Völker und Charaktere positionieren konnte. Nach langer Recherche durch diverse Philosophie-Seiten und einem Gespräch mit einem Philosophie-Studenten bin ich schließlich auf die Opposition Kant vs. Nietzsche gestoßen.

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Nex – Worum es (mir) geht

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Mein Vorbild für „Nex“ ist in gewisser Weise „Animal Farm“ von George Orwell. Orwell beschrieb anhand von Tieren auf dem Bauernhof die Korruption der sozialistischen Idee. Ich will mit meinem Roman die Konflikte zwischen demokratischen und autokratischen System aufzeigen und meinen eigenen Lösungsvorschlag unterbreiten.

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Nex – Der Open Fantasy Roman

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Vor fast zwei Jahren habe ich den ersten Entwurf von „Nex“ geschrieben, meiner Fantasy-Parabel mit politischem Einschlag. Seitdem habe ich mir das Hirn zermatert, wie es mit dem Buch weitergehen soll. Ich habe ganze Kapitel umgeschrieben, Charaktere verändert und Hintergründe neu überdacht. Aber es dauert alles so lange. Es ist so zäh. Und immer wieder fragen mich Leute, wie es denn mit dem Roman vorangeht. Und ich sage nur: Es dauert noch.

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Mein Buch ist draußen: „In welchem Semester bin ich eigentlich?“

BookCoverPreview

Darauf hat die Welt gewartet: Ein neues Buch über das Leben als Student! Wuhuu! Wie originell!

Wer hat nicht schon davon gelesen, dass Wissenschaft auch nur Battle-Rap mit Anspruch ist, wie selektive Wahrnehmung den Putzplan beeinflusst oder warum man sich in der Bahn nicht neben das hübscheste Mädchen, sondern neben den Typen mit Schweißgeruch setzt?

Ihr nicht? Na denn solltet Ihr Euch schnellstmöglich mein Buch kaufen.

Denn ab jetzt gibt es – tadadadaaaaa – die besten 77 Geschichten aus sieben Jahren „Steffens UNIversum“ zusammengefasst in einem Buch. Erfahrt alles über den WG-Bibelkoran, den Dämon namens Bachelor-Aarrrrrrr und Brot. Mal sind die Geschichten witzig, mal bitterböse und mal rührselig. Dabei ist jede so kurzweilig, dass man sie locker während eines Klo-Gangs lesen kann – oder während einer Vorlesung.

Kauft es als Geschenk für Leute, die bald mit dem Studium anfangen, als Erinnerung an die Zeit, als ihr selbst noch an der Uni wart oder einfach als kleine Klo-Lektüre für zu Hause oder Eure WG. Wichtig aber ist: Kauft es. Hier. Sofort. Los.

https://www.amazon.de/welchem-Semester-bin-eigentlich-Prokrastination/dp/1530961378/

Euer Steffen

Das andere Großbritannien

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Wie die Wahlnacht in einem Londoner Pub mein Briten-Bild durcheinander brachte.

Als ich in der Nacht des Referendums an die Theke eines Londoner Pubs trete, spricht mich Viv an, ein Banker aus der City, eine Blüte des Finanzmarktkapitalismus, ein eingeschworener Feind eines jeden Sozialisten, und bestellt mir ein Bier. Seine Kollegen seien alle schon zu Hause, sagt er, doch er wolle bis zum Morgen durchmachen, das Ergebnis des Referendums abwarten und dann zur Arbeit gehen. Er erzählt mir, er sei ein Linker, er wolle ein sozialeres Europa, aber vor allem wolle er ein Europa mit Großbritannien. Nicht weil er Banker sei und um den Standort London als Finanzmetropole fürchte, sondern weil Europa einfach zusammenhalten müsse. All die ökonomischen Berechnungen, all die rationalen Argumente für eine Mitgliedschaft in der EU verblassen für ihn vor der Idee, dass Europa nicht gegeneinander, sondern miteinander streitet.

War das wirklich ein Brite? Einer dieser euroskeptischen, ewignörgelnden Ex-Imperialisten? Viele Besucher*innen des Pubs tragen “Remain”-T-Shirts oder haben sich kleine Sticker mit dem Wort “In” aufgeklebt. Auf einer großen Leinwand, auf der sonst Fußballspiele übertragen werden, verfolgen sie die Ergebnisse des Referendums und jubeln auf, wenn das Remain-Lager eine Region geholt hat, und buhen, wenn Ukip-Chef Nigel Farage zu sehen ist. Das waren nicht “die Briten”, wie man sie aus den Medien kennt, das waren “die Europäer”, wie man sie auch in Spanien, Frankreich, Deutschland, Polen und Griechenland trifft.

Da wäre zum Beispiel ein Typ Mitte 20 namens Ashley, der über Facebook sich mit seiner Großmutter angelegt hat, weil sie “diese ganzen Polen” aus dem Land schmeißen möchte, oder Rosie, die fassungslos enttäuscht von all den “ignoranten Leuten in ihrem Land” ist, oder eine Halb-Britin-Halb-Dänin, die mit großer Inbrunst das Lobeslied auf die Friedensmacht Europa anstimmt.

Es ist zwar richtig, Großbritannien kann wirklich nerven, mit seinen wirtschaftsliberalen Politikern, die in Deutschland irgendwo zwischen FDP und AfD anzusiedeln wären, oder mit seiner Blockade-Haltung gegenüber einer immer engeren Union, die einer dringend notwendigen sozialen Wende der EU im Wege steht. Das aber ist nur das eine, das tönend-laute Großbritannien, das in unserer Aufmerksamkeitsökonomie mehr Leser, Hörer und Zuschauer bekommt, als es verdient hätte.

Das andere Großbritannien, das ist Beverly. Nachdem um 5 Uhr morgens das “Leave”-Lager deutlich vorne liegt, frage ich sie, wie sie sich fühle. Sie hält kurz inne und antwortet dann, dass in dieser Nacht der Hass gewonnen habe, der Rassismus ein größeres Problem in ihrem Land als gedacht sei, und der Faschismus eine Renaissance erlebe. Sie könne es nicht fassen, dass ihr Land sich für einen Schritt in die Vergangenheit entschieden habe. Was so falsch an Europa sei, fragt sie den Tränen nahe. Europa sei voller gütiger und fürsorglicher Menschen. “Doch wir umarmen Europa nicht so, wie Europa uns umarmt.”

Beverly spricht nicht von wirtschaftlichen oder politischen Implikationen, sie spricht von einer Idee von Europa, die sich in den Köpfen vieler junger Menschen manifestiert, aber nicht artikuliert hat, weil sie bislang als selbstverständlich galt. Doch jetzt wo sie alles andere als selbstverständlich ist und ihr jederzeit möglicher Verlust spürbar ist, bin auch ich den Tränen nahe. Beverly sagt, die Entscheidung die EU zu verlassen, sei egoistisch, fahrlässig und unbedacht, und sie könne einfach nicht verstehen, wie man Europa den Rücken zukehren könne. “Das ist es, was ich fühle.” Dann umarme ich sie. Und sie mich.

Japanische Werbe-Parodie: Wenn Robo-Trump die Welt zerballert

Japanese Donald Trump Commercialトランプ2016 YouTube

Eigentlich könnte man denken, dass japanische Animationen einen nicht mehr sprachlos zurücklassen können (Stichwort: Tentakel). Aber das Internet belehrt einen doch jeden Tag aufs Neue: Im neuesten Genie-Streich des US-Video-Künstlers Mike Diva himmelt ein unschuldig drein blickendes, blau-haariges Japan-Mädchen in ihrem pinken Teenie-Zimmer den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump an und freut sich unheimlich, als ihr großes Idol zum Präsidenten der Welt gewählt wird – woraufhin eine Kaskade der Absurdität losbricht.

Regenbögen, Propeller-Trumps, Hakenkreuze, Raketen und der obligatorische Manga-Mega-Mech, der die Erde zerballert. „Wer die Satire nicht erkennt, ist ziemlich dumm“, sagte der Künstler des fast 100.000 Mal über Facebook geteilten Videos gegenüber der„Daily Mail“. „Ich wusste ja, dass einige Leute glauben würden, es wäre eine richtige japanische Werbung für Trump, aber dass es davon so viele gibt, hätte ich nicht erwartet.“ Liest man sich durch die Facebook-Kommentare unter dem Video, wird klar, was er meint. Einer schreibt „Ganz egal, wie cool das Trump macht, bitte stimmt nicht für ihn“ – und erntet dafür über 1800 Likes.

Mike Diva ist kein Unbekannter. Sein Musik-Video über das „Kazoo Kid“ hat auf YouTube bereits über 10.000 Klicks eingefahren. Im Vergleich zu seinen anderen Werken hat der Künstler sich für die absurde Trump-Werbung besonders ins Zeug gelegt: „Ich habe mehr Zeit, Aufwand und Geld in dieses Projekt gesteckt als in die meisten anderen. Ich bin deshalb froh, dass es so viel Aufmerksamkeit bekommt“, sagte Diva gegenüber der „Daily Mail“. Was er mit seiner Kunst bezwecken will? Auf Twitter schreibt er lediglich: „Ich will einfach nur Dinge machen, die zur selben Zeit schön, lustig und schrecklich sind.“

Dieser Artikel ist auch auf ze.tt erschienen

Venedig-Kommission müsste sich mit Causa #Böhmermann beschäftigen

Böhmermanns Schmähgedicht über Erdogan sorgt weiter für Schlagzeilen – und damit rückt auch der Paragraph 103 des Strafgesetzbuches in den Fokus. Dieser verbietet, einen ausländischen Regierungschef zu beleidigen; bei Missachtung drohen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Bei einer Diskussion auf Facebook hat mich jemand darauf hingewiesen, dass es eine sogenannte Venedig-Kommission des Europarates (hat nix mit der EU zu tun) gibt, die sich mit Demokratie und Recht in Europa beschäftigt. Neulich hat sie zum Beispiel Polens Reform des Verfassungsgerichtes gerügt und erklärt, das Lande stünde in einer „Verfassungskrise“. Zuvor hatte die Kommission auch schon ein Gesetz der Türkei moniert, das es verbietet, den Präsidenten zu beleidigen. Zwar haben solche Äußerungen keine juristischen, aber sehr wohl aber politische Auswirkungen – gerade wenn Deutschland, das ja gerne mal andere Staaten kritisiert, plötzlich in der Kritik steht.

Was liegt da also näher, als sich in der Causa Böhmermann mal an diese Kommission zu wenden? Auf eine E-Mail-Anfrage bekam ich jedoch folgende Antwort:

„Thanks very much Steffen for your interest. The Venice Commission only comments when requested to do so. It was never requested to comment the German Criminal Code.“

Um also über das deutsche Gesetz zu urteilen, müsste es erst eine Anfrage an die Kommission geben. Allerdings darf nicht jeder eine Anfrage stellen, sondern nur der Europarat selbst, eines seiner Mitgliedsstaaten oder eine internationale Organisation, die in die Arbeit der Kommission involviert ist.

Toll.

Warum schreibe ich das also? Damit irgendwer, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, mal eine solche Anfrage auf den Weg bringt. Mal schauen, was der Europarat zu diesem Gesetz sagt…