September 29, 2009
Dr. Guido Westerwelle – Master of the English Language
Natürlich sagen Kenntnisse der Weltsprache Englisch nicht viel über die Fähigkeiten eines Politikers aus. Natürlich kann man überall einen Übersetzer mitschleppen, wenn man Außenminister wird. Aber irgendwie hinterlassen die beiden Videos des Dr. Guido Westerwelle auf Spreeblick einen ganz faden Beigeschmack:
“Wir sind hier in Deutschland”
Und das Resumé der Titanic lässt die gerade laufenden Koalitionsverhandlungen auch noch einmal unter einem ganz anderen Licht erscheinen.
September 25, 2009
Politiker “Auf der harten Bank”
Kurz vor der Bundestagswahl haben wir Studenten des Uni-Fernsehens Do1TV eine kleine Diskussionsrunde auf die Beine gestellt. Fünf Bundestagskandidaten aus dem Ruhrgebiet saßen “Auf der harten Bank” und diskutierten unter anderem über Bildung und Internet-Sperren. Da die Sendung über 50 Minuten lang ist, haben wir nicht nur die komplette Sendung online gestellt, sondern sie auch in einzelne Ausschnitte unterteilt.
Ein Klick hier oder auf das Bild führt zur kompletten Sendung.
Und hier geht es zu den einzelnen Ausschnitten.
(Was ich damit zu tun habe? Ich habe das Ganze koordiniert und geschnitten)
Hier gibt es übrigens noch einen netten Text zu Polit-Talkshows im Fernsehen. (via 6 vor 9 auf BildBlog)
Juli 11, 2009
Heike P. erneut, erneut, erneut angeklagt
Ist es ein Stilmittel oder eine neue Art der Klickstrecke?
12.07.09, 18:46 – Update: Nun steht sie auch auf DerWesten.de nur nur noch einmal vor Gericht.
Mai 19, 2009
Mein Interview mit Olli Dittrich
Olli Dittrich war an unserer Uni und hat mit zwei SPIEGEL-Redakteuren knapp 90 Minuten lang gelabert. Vorher war er in unserer TV-Campusredaktion Do1. Ich durfte das Interview führen. Ja, ich habe ziemlich genuschelt und habe mich ein wenig verheddert – aber da der Olli viel und gerne redet, ist das Gespräch doch ganz gut gelungen.
Mai 4, 2009
Wolf Schneider im Videoblog – er sollte beim Schreiben bleiben
Die Süddeutsche hat einen neuen Star-Blogger: den Sprachkritiker Wolf Schneider. Der ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule will nun jeden Monat hier etwas über die deutsche Sprache los werden. Bei seinem Debut nimmt er sich eines Themas, das mir auch sehr am Herzen liegt: Feminismus in der Sprache.
Doch so sehr ich Schneiders Stilfibeln mag – jeder Schreiberling sollte “Deutsch für Profis” und “Deutsch für Kenner” gelesen haben -, sein Videoblog ist ein großer anspruchsloser Witz. Nach elf Sekunden Einleitung folgen 50 Sekunden Schneider, die so viel Neues und Unterhaltsames bringen wie die hundertste Wiederholung von Police Academy V. Er redet davon, welche Schwierigkeiten die Gleichberichtigung in der Sprache mit sich bringt. “Hat München nun 1,3 Millionen Einwohner oder Einwohnerinnen?” fragt er und kommt am Ende mit einer ziemlich lahmen Pointe daher, die man meint, schon mal irgendwo gehört zu haben.
Eine Erklärung, warum die weibliche Form in der Sprache vernachlässigt wird, gibt er nicht. Außerdem geht er auch nicht auf die Möglichkeit des “Innen” ein, wie in BäckerInnen oder SchneiderInnen. Natürlich: Schneider war nie jemand, der sich andere Positionen wirklich angehört geschweige sie Ernst genommen hat. Aber mit diesem Video macht er sich vor allem eins: lächerlich. Diese Aussage hätte ich mir auch in der nächsten Eckkneipe holen können – zwar ohne die klassische Musik und die netten Kameraeinstellungen, dafür aber bei einem kühlen Bier – serviert von einem/r KellnerIn.
(Auf den Blog aufmerksam gemacht hat mich der glücklicherweise gerettete Mediendienst 6 vor 9 von medienlese.com)
April 6, 2009
Bericht über Killerspiele: Zwei Jahre alt, aber zeitgemäß
Ich habe vor Kurzem das Archiv der Lokalzeitung durchwühlt, bei der ich volontiert habe, um ein paar Arbeitsproben zu kopieren. Dabei bin ich auch auf meinen Bericht über Killerspiele gestoßen, der mit lediglich einer Erwähnung von Winnenden heute wieder erscheinen könnte.
Der Einstieg in den Text ist zwar ziemlich mau, aber den Bericht an sich finde ich weiterhin lesenswert. Deswegen habe ich ihn einfach mal hier als PDF hochgeladen. Lasst Euch bitte nicht von diesem gewollt jugendmäßigen Layout abschrecken. Und auch wenn es so scheint, dass es auf den ersten Blick viel zu lesen ist, glaubt mir: Das ist es nicht. Die Schrift ist so groß und platzverschwendend, innerhalb weniger Minuten seid ihr am Ende angelangt.
Wenn ich irgendwann mal Zeit und Lust haben sollte, tippe ich den Text vielleicht noch einmal ab. Solange müsst ihr Euch mit dem Vorspann begnügen:
Die Welt der “Killerspiele”
In ihnen wird geschossen, doch nun sind sie selbst wieder einmal unter Beschuss. Nach neuerlichen Gewalttaten von Jugendlichen wollen einige Politker Ego-Shooter wie Counterstrike und Battlefield verbieten. Ob das gerechtfertigt oder überhaupt sinnvoll ist? Ein subjektiver Bericht über “Killerspiele” – der sich auf die Seite der Verurteilten stellt.
Weitere Einträge zum Thema:
März 29, 2009
Hausarbeit über Blogs ist fertig
Ich bin gerade mit meiner Hausarbeit über Blogs fertig geworden – wie ich mich kenne, werde ich das morgen aber nochmal durchlesen und wieder kleine Formatierungs-Fehler oder ähnliche unwichtige Dinge entdecken und deswegen noch einmal alles ausdrucken.
Ich denke aber, die Arbeit ist ganz gut geworden. Ich habe sogar eine eigene Grafik erstellt:

Quelle: MEYER, Steffen: Blogs? Eine Einführung in das neue Online-Medium. 2009. URL: http://motzmeyer.wordpress.com/meine-hausarbeit-uber-blogs/
Viel Spaß beim Lesen.
Nachdrucke von Nazi-Zeitungen: Gute Idee, miserable Umsetzung
Deutschland kann wieder Nazi-Zeitungen lesen! Nach einigem Hin und Her darf der Verleger Peter McGee Nachdrucke von Zeitungen aus der NS-Zeit verkaufen. In den Medien ist der Streit zwischen Bayern und den „Zeitungszeugen“ – wie das Projekt heißt – recht präsent gewesen; meiner Meinung nach zu Recht: Ein Verbot der Nachdrucke wäre einer Entmündigung der Bürger gleichgekommen.
Aber die Frage um das Für und Wider dieses Projektes soll es hier gar nicht gehen. Was mich nach diesem Kleinkrieg interessiert: Was bekommt man eigentlich für die 3,80 Euro, die eine Ausgabe der Zeitungszeugen kostet? Ich habe mir deswegen die Sonderausgabe zum Thema „Hindenburgs Tot“ gekauft – und um es vorweg zu nehmen: Diese lose Zettelsammlung ist vor allem eines: lieblos!
Das fängt schon mit dem Umschlag an: DINA3-Format, einfaches Papier, armseliges Layout; als ob jemand das erste Mal ein wenig mit einem Design herumhantiert und nur Word 97 als Hilfe hatte. Blaue Balken am oberen und unteren Rand, in der Mitte ein großes Bild Hitlers und Hindenburgs, hier schwarze Schrift, da weiße, und hier mal kursiv. Aber gut: Vielleicht soll diese monotone Aufmachung einfach schon mal den Leser darauf einstimmen, dass es genauso langweilig weiter geht.

Quelle: Zeitungszeugen, Nr. 10, Seite 1
Schlägt man die erste Seite auf, liegen dort lose die Nachdrucke des „Mittags“, der „Deutschen Illustrierten“ sowie eine Ankündigung des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers. Wegen dieser Nachdrucke hat man sich schließlich den „Zeitungszeugen“ gekauft; und sie bilden auch seine einzige Stärke. Der Rest der Ausgabe ist so langweilig, wie schon die Aufmachung des Titels vermuten ließ. Auf den beiden Innenseiten des DINA3-Umschlags sowie auf der letzten Seite steht jeweils ein Text. Ja, wirklich. Die Herausgeber haben es fertig gebracht, ganze DINA3-Seite mit Fließtext und einigen Schwarzweiß-Bildern zu füllen.
Auf Seite 2 steht der Artikel „Zur Rolle Hindenburgs“, auf Seite 3 „In preußischer Tradition“ – daneben eine Chronik – und auf der hinteren Umschlagseite findet sich die Rubrik „Geschichte erlesen“. An dem biederen Layout erkennt man, dass die Herausgeber Wissenschaftler und keine Journalisten sind: Die langen Texte, aufgeteilt in fünf Spalten, sind im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Texten recht flüssig geschrieben, aber trotzdem einfach langweilig. Fakten reihen sich an Fakten, die Sprache ist monoton und wenig lebendig. Dass man Geschichte auch besser vermitteln kann, beweisen Magazine wie GEO Epoche und Spiegel History.

Quelle: Zeitungszeugen, Nr. 10, S. 2f (Text von mir unscharf gemacht)
Dazu kommt noch, dass die Artikel auf Seite 2 und 3 nicht ein einziges Mal auf Stellen in den Nachdrucken verweisen. Die Texte hätten auch in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlich werden können; mit dem Projekt „Zeitungszeugen“ haben sie nur von der Themenwahl etwas gemein. Einzig die Rubrik „Geschichte erlesen“ verweist auf Stellen in den Zeitungen. Doch auch hier wäre eine Tabelle oder Ähnliches angenehmer gewesen als ein hunderte von Zeilen umfassender Fließtext.

Quelle: Zeitungszeugen, Nr 10, S. 4 (Text von mir unscharf gemacht)
Wenn Peter McGee mit diesen Veröffentlichungen wirklich Geschichte näher bringen wollte, so ist ihm das gründlich misslungen. Anstatt Professoren schreiben zu lassen, hätte er sich lieber ein paar freie Journalisten suchen sollen, die den Stoff der breiten Masse wesentlich besser präsentiert hätten. Außerdem sind die Informationen zu den Nachdrucken recht dürftig. Für 3,80 Euro kann man mehr erwarten.
Aber um Aufklärung geht es den Verleger wohl auch gar nicht: Mit Nazigeschichte lässt sich einfach gut Geld verdienen. Und ob der Streit mit Bayern um das Urheberrecht nicht auch Kalkül war, um die Nachdrucke durch die Medien publik zu machen, ist gar kein so abwegiger Gedanke. Die Idee des Projektes halte ich für genial, die Umsetzung jedoch ist miserabel. Für das Geld sollte man sich lieber einmal im Monat ein ordentliches Geschichtsmagazin kaufen; das sieht im Schrank auch besser aus als diese lieblose Zettelwirtschaft.
März 26, 2009
Die ZEIT ignoriert Attac an prominenter Stelle
Die ZEIT nimmt die Aktion der Attac mit Humor. Die globalisierungskritische Gruppe hatte am 21. März ein Plagiat der Wochenzeitung in deutschen Städten verteilt und auch im PDF-Format online gestellt. Die heutige Ausgabe der ZEIT widmet sich dem Thema auf Seite Eins – in der Rubrik “Prominent ignoriert”, in der meist Nachrichten erscheinen, über die es sich nach Ansicht der ZEIT nicht zu berichten lohnt.

Quelle: Die ZEIT. Ausgabe Nr. 14, 26. März 2009, Seite 1
Ich finde, die ZEIT beweist damit Humor und lässt auch ein wenig durchsickern, dass sie sich durch die Aktion geehrt fühlt. Denn immerhin adelte Attac mit ihrer Fälschung die ZEIT zum deutschen Pendant der New York Times – schließlich diente die Fälschung der bekannten US-Zeitung als Vorbild.
Dass die Attac-Zeitung für die globalisierungskritische Gruppe gute Werbung war, kann man an den Statistiken von Google Insight ablesen. Am 21. März schnellten die Suchanfragen nach “Attac” in die Höhe.

Quelle: Google Insight (Stand: 26. März 2009, 10:30)
Deutschlandweit gesehen gab es die meisten Nachfragen in Berlin. Dort wurde die Fälschung großflächig verteilt. Ansonsten fallen in Ostdeutschland die Suchanfragen nach “Attac” eher niedrig aus:

Quelle: Google Insight (Stand: 26. März 2009, 10:30)
Schaut man sich an, wie sehr nach der Organisation seit 2004 gesucht wurde, fällt der Anstieg jedoch eher marginal aus. Vielleicht ändert sich das, wenn am kommenden Samstag die angekündigten Demonstrationen der Attac in Berlin und Frankfurt anlaufen. Ob sie wirklich einen so durchschlagenden Erfolg haben, wie es die Organisation prognostiziert, ist aber unwahrscheinlich.
Auf der gefälschten Nachrichtenseite der Attac sind übrigens Videos verfügbar, die Fernsehberichte über die Gruppe zeigen – etwa eine Aktion an der Frankfurter Börse. Außerdem kann man sich dort auch diese Satire zum Thema Finanzkrise ansehen:


