Mai 21, 2010

Warum Nachrichten so geschrieben werden, wie sie geschrieben werden

Veröffentlicht in Allerlei Wissen, Studium tagged , , , , , um 12:14 nachmittags von motzmeyer

Man fängt mit dem Wichtigsten an – das ist der Lehrsatz, den Journalisten beim Nachrichtenschreiben zuallerst lernen. Doch das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert war es noch üblich, einfach frei herauszuschreiben (so wie es heute witzigerweise wiederum Blogger tun). Wer wissen will, wann der heutige Nachrichtenstil entstanden ist, kann meine kurze Seminar-Arbeit dazu lesen. Hier ist sie zu finden.

März 24, 2009

Was sind eine Billion Dollar?

Veröffentlicht in Allerlei Wissen tagged , , , , , , , , , um 10:31 nachmittags von motzmeyer

Den USA droht eine Rekordverschuldung von 9,3 Billionen Dollar, Präsident Obama kauft den Banken faule Wertpapiere für bis zu einer Billionen Dollar ab. Billionen! Eine Billion sind 1000 Milliarden, und das sind 100.000 Millionen. Wie kann man sich diese Zahlen vorstellen? Der größte Lotto-Jackpot betrug 43 Millionen Euro! Eine Wahnsinnsumme, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsgehalt in Deutschland etwa 40000 Euro im Jahr beträgt.

Als Journalist lernt man, dass man abstrakte Zahlen greifbar machen soll. Deswegen ließt man auch immer soviel von Fußballfeldern, wenn es um Flächenmaße geht – wobei ich glaube, dass man sich den Unterschied zwischen 50 und 100 Fußballfeldern auch nicht mehr vorstellen kann. Deswegen greift man dort auf Ländervergleiche zurück; wie etwa “Rekordozonloch ist so groß wie USA und Russland”.

Doch wie verdeutlicht man so viel Geld? Kann man sich mehr darunter vorstellen, wenn man weiß, dass Deutschlands Brutto-Inlands-Produkt bei 2,5 Billionen Euro liegt? Man braucht also das ganze Geld, was vier Deutschlands in einem Jahr erwirtschaften, um die US-Schulden zu tilgen. Kann man sich nun etwas darunter vorstellen? Vielleicht etwas mehr.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die Seite www.pagetutor.com: Dort wird grafisch dargestellt, wie viele Hundert-Dollar-Noten eine Billion Dollar sind (im Englischen sind eine Milliarde “one billion” und eine Billion “one trillion” Dollar); mich hat es überrascht. Auch Mathlog hat sich mit dem Thema großer Zahlen beschäftigt.

Ich weiß nur, dass die ganze Wirtschaftskrise unsere Vorstellung von Geld ganz schön über den Haufen geworfen hat. Wenn in ein paar Jahren wieder “nur” von Ausgaben im niedrigen Milliardenbereich die Rede ist, werden wahrscheinlich viele einfach lächeln und daran erinnern, was für abstruse Summen in die Banken gepumpt wurden.

Schaut man sich etwa den Haushalt für Bildung und Forschung 2009 an, könnte man meinen, die Bundesregierung will den Bürger veräppeln: 10,3 Milliarden Euro soll in die Bildung und Forschung fließen, 854 Millionen Euro mehr als noch 2008. Was sind denn das für läppische Summen? 854 Millionen Euro verpulvert die Hypo Real Estate doch noch vor dem Frühstück.

Übrigens gibt es zum Thema Wirtschaft und Billionen von Dollar ein nettes Hörspiel, das auf dem Buch “Eine Billionen Dollar” von Andreas Eschbach basiert. Zwar ist das Ende recht unbefriedigend, aber die Themen, die aufgegriffen werden, sind sehr interessant.

März 19, 2009

Pflastert die Wüste mit Solarzellen zu

Veröffentlicht in Allerlei Wissen tagged , , , , , um 6:20 nachmittags von motzmeyer

Kennt ihr das, wenn man eine Idee hat, die so einfach und doch so grandios ist, dass man sich fragt: Warum macht es keiner? Ich habe sowas andauernd. Vor allem kommt immer wieder der Gedanke auf: Warum baut man nicht ganz viele Solarkollektoren dorthin, wo sowieso kaum Leben herrscht und andauernd die Sonne brutzelt? Etwa in die Wüste.

Da schlage ich heute mal die Wissensseite der SZ auf, und die titelt in großen Lettern “Strom aus der Wüste” und beschreibt einen Plan, der Nordafrika als Europas Zulieferer in Sachen Sonnenstrom vorsieht. Eine schnelle Google-Suche ergibt: Den Plan gibt es schon länger. Doch das macht es nicht weniger faszinierend, was die Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) im Jahr 2003 angefangen hat auszutüfteln und 2007 präsentierte. Ich hatte davon bis heute nichts gehört.

Wie dieser Plan aussieht? Eigentlich genauso wie man ihn sich vorstellt: Die Wüste Nordafrikas wird mit ein paar großen Arealen voller Solarzellen zugepflastert, und der Strom fließt über Leitungen nach Europa. Herrkömmliche Leitungen, wie sie in unseren Häusern und unter unseren Straßen liegen, reichen dafür natürlich nicht aus. Da muss eine Leitung her, die – wie sollte es auch anders sein – mit dem Wörtchen High anfängt: High Voltage Direct Current, HVDC. Diese Hochspannungsleitungen sind erprobt und funktionieren laut dem Bericht auf Solarserver einwandfrei.

Der Wüstenstrom soll aber nicht die europäische Energiewirtschaft vollkommen ersetzen – schließlich möchte man nicht schon wieder abhängig von Scheichs sein, die je nach Tagesform die Preise ihrer Energie hin- und herrücken. In ganz Europa soll ein Netzwerk an regenerativen Energiequellen aufgebaut werden. Das ganze sieht dann so aus:

Quelle: www.solarserver.de

Quelle: www.solarserver.de

Und was das in Zukunft bringen soll, steht auch auf Solarserver.de:

Quelle: www.solarserver.de

Ich bin wirklich gespannt, wie sich das entwickelt. Und wann die ersten Naturschutzorganisation auf den Plan treten und für den Kultur- und Lebensraum Wüste auf die Barrikaden gehen…

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